„Wenn Sie Vorsorge für den Notfall betreiben, können Sie beim Stromausfall nicht nur entspannt auf dem Sofa sitzen und im Kerzenschein ein Buch lesen, sondern Sie halten unseren Rettungskräften auch den Rücken frei.“ Diesen Appell, sich in den heimischen vier Wänden mit dem Thema Notfallvorsorge und Selbstschutz zu beschäftigen, konnte Konstantin Mennecke vom Bevölkerungsschutz des Landkreises Northeim am Mittwochabend an mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtgebiet Moringen richten. Das Netzwerk ZWAR und die Stadtverwaltung hatten zur mittlerweile fünften Veranstaltung der Präventionstags-Reihe eingeladen.

Die Stadt Moringen investiert seit langem in ihren Bevölkerungsschutz, unter anderem in die Ausstattung der sogenannten Notfall-Anlauf-Punkte, die etwa bei längeren Stromausfällen oder beim Ausfall der Telekommunikation für die Bevölkerung als „Leuchtturm“ zum Absetzen eines Notrufs oder zur Informationsbeschaffung dienen. Bereits im November gab es eine gut anderthalbstündige Schulung der Teams für die Notfall-Anlauf-Punkte in der Stadthalle, Ende Februar folgte eine Übung im gesamten Stadtgebiet.
Bei der Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle betonte Konstantin Mennecke am Mittwochabend deshalb: „Sie sind im landkreisweiten Vergleich hier in Moringen schon sehr gut aufgestellt. Heute wollen wir gemeinsam schauen, wie Sie persönlich Vorsorge für den Notfall betreiben können“. In seiner Aufgabe als Referent für Notfallvorsorge werde Mennecke regelmäßig gefragt, weshalb es Notfallvorsorge brauche und „auf was man sich damit vorbereite“. „Auf Situationen, die im Landkreis Northeim und bei unseren Nachbarn immer wieder passieren“, betonte der Bevölkerungsschützer. Im Januar habe es sowohl im Stadtgebiet Bad Gandersheim als auch im Flecken Bodenfelde Stromausfälle gegeben, im Februar im benachbarten Rhüden im Kreis Hildesheim sowie in Duderstadt. „An den tagelangen Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres erinnern sich wohl die meisten, die Vorfälle hier in Südniedersachsen bekommen viele aber gar nicht mit.“
Dabei sei gerade ein Stromausfall ohne Vorbereitung eine Herausforderung. „Aufladbare Taschenlampen sind immer dann leer, wenn man sie braucht und ein Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio mit Akku haben die wenigsten zuhause“, betonte Mennecke. Gleiches gelte für ausreichend Vorräte: Beim Stromausfall haben keine Supermärkte geöffnet, Apotheken können keine Medikamente verkaufen und auch die Tankstellen funktionieren nicht.
All diesen Situationen, auch dem Ausfall der Telekommunikation oder des Trinkwassernetzes könne man mit einfacher Vorsorge entspannt entgegenblicken, dafür sei es aber auch wichtig, offen und unaufgeregt über die Themen zu sprechen. „Sie alle dienen als Multiplikatoren für diesen Abend. Tragen Sie das Wissen in Ihre Ortschaften, Vereine und Gruppen“, sagte Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. Die gebündelten Informationen gibt es in der am Abend verteilten, kostenfreien Informationsbroschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Broschüre gibt es für alle, die am Mittwochabend nicht dabei sein konnten, kostenfrei im Rathaus zum Abholen.
Das Netzwerk ZWAR fühlt sich durch den erneut starken Zuspruch für den Präventionstag bestärkt, die Reihe fortzusetzen. „Bei der nächsten Veranstaltung wollen wir rund um das Thema Brandschutz zuhause, Rauchmelder, Feuerlöscher & Co. sprechen“, kündigt Günter Reinert vom ZWAR-Netzwerk an. Die Veranstaltung soll noch vor dem Sommer stattfinden.


