Liebe Moringerinnen und Moringer,
Liebes Pastorenteam, Liebe Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher,
Lieber Posaunenchor Fredelsloh,
Liebe Gäste,
vielen Dank für die Einladung und die Gelegenheit ein Grußwort zu halten. Ich freue mich als Bürgermeisterin noch einmal hier stehen zu dürfen, um Ihnen und Euch ein schönes, segenreiches, buntes und erfolgreiches neues Jahr wünschen!
Ich danke allen Organisatorinnen und Organisatoren des heutigen Nachmittags für den Einsatz.
Mein Grußwort ist nicht theologisch. Soll sich jedoch auch mit der Jahreslosung für das Jahr 2026 befassen:
„Siehe, ich mache alles neu!“
Worte aus der Off enbarung des Johannes.
Ein Satz der Erneuerung und Veränderung verspricht. Verlockend und erschreckend zugleich. Gerade jetzt.
Wir befinden uns in, vorsichtig gesagt, interessanten Zeiten:
1.) Seit inzwischen vier Jahren tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine in Europa und Putin hat mit dem Bombardement der Infrastruktur in den zentralen Städten Charkiw und Kiew eine neue Eskalationsstufe gezündet.
2.) Seit inzwischen zwölf Monaten ist auf der anderen Seite der Welt, Donald Trump zum zweiten Mal amerikanischer Präsident und handelt seither so selbstherrlich und unberechenbar, wie kein amerikanischer Präsident jemals vorher. Gerade die letzten Wochen waren für mich ein Wechselbad der Gefühle.
3.) Die Welt, wie wir sie kannten und auf die wir vertraut haben, ist weiter aus den Fugen geraten!
4.) Krisenherde, rund um die Welt: Venezuela, Grönland, Israel, Gaza und der Iran. Die Nachrichten überschlagen sich und wer vermag schon noch die Nachrichten richtig einzuordnen.
5.) Die Welt scheint nur noch auf der Basis „Der physisch Stärkere gewinnt“ zu funktionieren. Fragen nach Recht und der Gerechtigkeit scheinen überhaupt keine Rolle mehr zu spielen.
Und nicht nur wir „normalen Menschen“ sind sprachlos. Auch viele Staatenlenker scheinen ähnlich sprach- und hilfl os .
Nur, was wird das Ergebnis sein? „Siehe, ich mache alles Neu“ aus den Mündern von Vladimir Putin und Donald Trump. Hoff entlich nicht!
Was aber dann? Wir in Europa müssen zusammen stehen über alle Grenzen hinweg und uns mit allen demokratischen Staaten der Welt rückversichern. Dann gestaltet es sich Neu! Und fast genau so wichtig: „Es behält hoff entlich das Gute!“
Und nicht zuletzt: „Zukunft beginnt vor Ort!“
Das Jahr 2026 ist hier in Niedersachsen ein Kommunalwahljahr. Die Möglichkeit, die Politik für die kommenden 5 Jahre mitzubestimmen. Eine wunderbare Gelegenheit, sich zu engagieren, mitzumischen, Entwicklungen in unserer schönen Stadt voranzubringen. Bringen Sie sich ein und äußern Sie, was wichtig für Sie ist!
Alle Parteien sind dabei, Programme aufzustellen, sich Schwerpunkte zu geben und Listen mit Kandidatinnen und Kandidaten für die Gremien zu füllen.
Alle? Ja, alle! Deshalb fordere ich Sie und Euch auf, genau zu schauen, wie ernst es den Parteien oder Gruppen mit der Demokratie ist. Denn die Demokratie ist das Pfund, das wir haben. Unser Grundgesetz ein Schatz, den wir beschützen müssen.
Und gerade in Moringen brauchen wir Akteure, die sich der Geschichte und der Verantwortung unserer Stadt bewusst sind. Helfen Sie dabei.
Auch meine Position als Bürgermeisterin steht zur Wahl. Bisher habe drei Bewerberinnen ihren Hut in den Ring geworfen. Nutzen Sie die Chance, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und tauschen sie sich aus. Entscheiden Sie sich und gehen Sie wählen! Ich bin mir sicher, alle drei stehen für eine demokratische, weltoff ene und auf die Zukunft gerichtete Stadt Moringen.
Es wird neu, es wird anders aber bestimmt auch gut! Noch einmal zurück zu unserem Bibelvers „Siehe, ich mache alles Neu!“. Die Offenbarung beschreibt die Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Gemeinschaft für alle.
Ich habe einiges in dem Kontext gelesen. Mir ist aber die Vision dieser schönen neuen Welt ein bisschen zu groß und zu schillernd. Außerdem beschreibt die Off enbarung einen schrecklichen Untergang, bevor es eine Erneuerung gibt. Das erschüttert mich auch. Ich hoff e sehr darauf, dass es so nicht kommt und dass wir es schaff en, das Gute zu behalten.
Ich habe die Hoff nung, dass die Zukunft den Menschen gehört, die gemeinsam die Hoffnung auf eine gerechte Welt nicht aufgeben und gemeinsam dafür streiten. Menschen, die in der Lage sind, Recht von Unrecht zu unterscheiden und aus kleinen Hoffnungsfunken ein helles Licht zu entzünden, das weit hinaus strahlt und das Dunkel um uns herum heller macht.
Um es ähnlich wie der Bürgermeister von New York zu sagen: „Wir können uns gemeinsam für die Hoffnung entscheiden!“
Mit diesem Bild sollten wir anfangen, unsere Zukunft zu gestalten. Hass und Hetze keine Chance geben in unserem Leben und mit Hoff nung weiter in das neue Jahr gehen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
Heike Müller-Otte


