Oldenrode



Mit ca. 150 Einwohnern zählt die Ortschaft Oldenrode zu den kleinen Weperdörfern. Die Entfernung nach Moringen beträgt ca. 5 Kilometer. Der Ort ist verkehrstechnisch nur über das talabwärts gelegene Lutterbeck zu erreichen. Die Landwirtschaft prägte diese Ortschaft. Ein beachtenswertes Gebäude ist die um 1300 erbaute Wehrkapelle St. Nikolaus.

Oldenrode

Blick auf Oldenrode gegen die Weper


  Geschichte:



Erstmals Erwähnung in alten Schriften findet Oldenrode im Jahr 1129. Allerdings liegt die Frühgeschichte des Ortes völlig im Dunkeln. Seine Schreibweise hat sich mehrfach gewandelt:Odenrode (1302), Uldenroda (1583) und Ohldenrode (1652). Vermutlich dürfte hier in diesem damals dichtbewaldeten engen Tal ein Pferdegestüt gelegen haben, ähnlich wie wir es für die Entstehung von Nienhagen vermuten. Heinrich I. ließ solche Gestüte anlegen, weil er zur Abwehr der Ungarneinfälle sein Heer von einem Fuß- zu einem Reiterheer umstellen mußte. Eine Rodung in diesem Gebiet für bäuerliche Zwecke dürfte  wegen des kargen Bodens unwahrscheinlich sein. Dieses Gebiet dürfte eher zur Großtierhaltung geeignet gewesen sein, somit wird es zunächst als Gestütsvorwerk zu Lutterbeck gehört haben. Von diesem wurde es wohl erst getrennt, als jenes Dorf am 10.06.1555 an Johann von Rebock verlehnt wurde. Von da ab hat Oldenrode immer zum Moringer Gericht und nicht zum Lutterbecker Gericht gehört.




Hervorzuheben ist besonders die Unabhängigkeit der Ortschaft von Götz von Ohlenhusen aus Lutterbeck. Dafür bürgt die nachfolgende Sage:
Einst wollte sich Götz von Ohlenhusen widerrechtlich in der Gemarkung Oldenrode Holz verschaffen. Er zog ins Hegeholz, einer Flur oberhalb von Oldenrode an der Weper, um Bäume zum Fällen anzuweisen. Die wehrfähigen Männer des Ortes waren gerade im Solling, ebenfalls um Holz zu holen. Schnell entschlossen zogen die Frauen aus Oldenrode dem Lutterbecker Baron nach. Im Holze angelangt, fielen sie über Götz her und schlugen derbe auf sein verlängertes Rückgrat ein. Bei dieser Arbeit riß man ihm auch einen Zipfel seines Schoßrockes ab. Der Baron verlor dadurch die Lust, je wieder nach Oldenrode zu kommen.

Die baulich zur Nienhagener Kapelle sehr ähnliche Kapelle in Oldenrode wird auch um 1300 entstanden sein und könnte sich auch aus einem später befestigten Holzturm, wie er zur besseren Bewachung der Tiere gebraucht wurde, entwickelt haben. Im 30-jährigen Krieg wurde diese Kapelle zwar beschädigt, überstand aber die Kriegswirren. Aber es wurde   die Kapellenglocke geraubt bzw. zerstört. Nach Kriegsende mußte eine neue Glocke (1655) gegossen werden.



Kapelle St. Nikolaus (ca. 1300)




Diese Kapelle St.Nikolaus ist ein bemerkenswertes Gebäude. Dieses 15,5 Meter lange und 7,42 Meter breite Bauwerk mit einer Mauerdicke von 1,15 Metern trug, für eine Kapelle völlig untypisch, über dem Kapellengewölbe noch zwei weitere Stockwerke, deren eine Zwischendecke später herausgenommen wurde. So erweckt diese Kapelle, der später erst ein Glocken- und Uhrtürmchen aufgesetzt wurde, einen nahezu turmartigen Charakter. Auch die heute existierenden höheren Spitzbogenfenster wurden erst 1900 eingebaut; der ursprüngliche Bau war fast fensterlos. Die St. Nikolaus Kapelle gehörte ursprünglich zur St. Martini Kirche in Moringen, wurde aber nach deren Auflösung zum Kirchspiel der Moringer Stadtkirche zugeteilt.




1823 erhielt Oldenrode einen eigenen Friedhof, bis dahin wurden die Toten, wie auch aus anderen Dörfern, auf dem St. Martinifriedhof in Moringen bestattet.




Ein Lehrer am Ort ist seit 1689 nachweislich belegt. Im Jahr 1823 erhielt Oldenrode ein neues Schulhaus.


 

       

Ortsvorsteher: Friedhelm Porath, Weperstr. 4  Tel.: 05554-651

 

 

Ortsbrandmeister: Herbert Kempf, 
Weperstr. 28 
Tel.: 05554-2383
Vereine: Anschrift: Tel.:
Freiwillige Feuerwehr Herbert Kempf, 
Weperstr. 28
05554-2383
Tischtennisverein Karin Bartel
Weperstr. 14
05554-8496

 






Letzte Änderung: 15.02.2008

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