Im Jahre 1983 haben die Bewohner der Stadt Moringen das
1000-jährige Bestehen der Stadt gefeiert. Allerdings geht die Besiedlung des
Moringer Raumes und heutigen Stadtgebietes viel weiter zurück.
Exakte Befunde belegen, daß bereits in der Steinzeit Menschen diesen Raum bewohnt haben.
Die jüngsten bisher bekannten Funde aus dem Moringer Raum sind teilweise Zufallsfunde
aber auch zum Teil archäologisch fundiert, aufgedeckt und ausgewertet.
Zu den Zufallsfunden zählen eine westlich der Moore-Quelle gefundene - leider ohne
genaue Ortsangabe - jungsteinzeitliche Feuersteinklinge, die im Northeimer Heimatmuseum
inventarisiert wurde. Ebenfalls ohne genaue Herkunftsangabe wurden Flintgeräte und
-abschläge sowie ein Fragment einer neolithischen Steinaxt im Inventar aus dem Bereich
Moringen aufgenommen. Auf dem Hagenberg wurde ein kleines Beil aus Felsgestein gefunden.
1841 berichtete J. K. WÄCHTER über "Hühnengräber" auf dem Hagenberg, die
noch vor 12 - 15 Jahren vorher vorhanden gewesen sein sollen. Ein solcher Grabhügel sei
geöffnet worden, wobei eine zwischen Steinen stehende Urne mit Leichenbrand und ein
Fragment einer Nadel aus Bronze ausgegraben wurden. Die Urne zerbrach bei der Bergung, sie
war von sehr grober Arbeit.
Von diesen der Bronzezeit zuzuordnenen Gräbern sind nach
einer Notiz von MÜLLER-REIMERS drei untersucht worden. 1856 wurde in einer zweiten
Steinsetzung eine zertrümmerte Urne gefunden.. Das dritte Hügelgrab war von einem
Steinkranz umgeben, in dem auch eine Urne gefunden wurde. Die Höhe der Hügel betrug etwa
2-3 Meter, der Umfang 50 - 80 Schritte.
Während eine Besiedlung in der Eisenzeit, somit etwa nach
750 v. Chr. bisher nicht nachgewiesen werden konnte, ist eine Besiedlung
dieses Raumes und damit die Anwesenheit von Menschen in der Bronzezeit mehrfach belegt.
Der bedeutendste Fund ist ein Bruchstück eines bronzenen Halskragens der älteren Bronzezeit (ca. 1500 - 1250) v.Chr.), das in Moringen
gefunden wurde und im Nieders. Landesmuseum in Hannover aufbewahrt wird. Der Halskragen
weist drei dreigegliederte Rippen auf, wie sie aus Funden in Hessen bekannt sind. Die
dazwischenliegenden Buckel könnten eine südniedersächsische Eigentümlichkeit sein, die
wir auch von einem Halskragen aus Gandersheim kennen. Der Befund ist einerseits Hinweis
auf einen gewissen Wohlstand, er deutet aber auch darauf hin, daß die Menschen im
heutigen Südniedersachsen der Kultur in Osthessen nahestanden.
Schon DOMEIER berichtet von einem früheren "festen Schloß" auf dem
Hagenberg bei Moringen. Dabei gilt die Existenz einer vorchristlichen Befestigungsanlage
(Wallring) auf dem Hagenberg (ca. 300 n.Chr.) wohl als gesichert.
Ob es sich bei der unten beschriebenen Wallanlage um Reste der sogenannten Hünschen-Burg
handelt, oder ob diese Wehranlage am Osthang des Hagenberges gelegen hat, kann
derzeit nicht sicher gesagt werden.
1)
2)
1) Noch heute sind Reste einer Wallanlage am Westhang des Hagenberges gut sichtbar. Direkt oberhalb des alten jüdischen Friedhofes findet sich ein Plateau, welches gegen den Hang mit einem halbrunden Wall abschließt. Das Gelände wird nach Süden durch einen Steilhang begrenzt, der einen natürlichen Schutz darstellte.
2)
Wohl noch innerhalb der Wallanlage wurde später (eigentlich:viel später) der jüdische Friedhof angelegt. Er liegt etwas tiefer am Hang des Hagenberges.

Direkt am Fuß des Hagenberges, unterhalb des jüdischen Friedhofes, steht diese alte Eiche. Leider kann sie nicht sprechen.
Naturhistorisch wird angenommen, daß zwischen dem heutigen Stadtgebiet und der
damaligen Wehranlage im heutigen Flaake-Moore-Abschnitt ein langgestreckter, heute
ausgetrockneter, Rückstau-Flußsee bestand, welcher an einer schmalen Engstelle
überbrückt war, etwa im Raum der späteren Hagenbergsmühle. Über diesen Übergang
verlief vom genannten Wallring am Hagenberg südlich der Moore ein Weg in das kultische
Drei-Quellengebiet des Opferteiches, in dessen Nähe vermutlich die alte Thing- und
Gerichtsstätte lag.
Quellen: Arbeiten von Dr.Ohlmer, Thüdinghausen
» Fortsetzung (Feldberg)
Letzte Änderung: 27.08.2001 |

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