Ev.-luth. Kirchengemeinde Moringen:


Stadtkirche

Die Stadtkirche (Liebfrauenkirche)

» Evang. Kindergarten



  Geschichtliches:

Über die Anfänge der Kirchengemeinde Moringen liegen keine zuverlässigen Berichte vor. Die erste Kirchengründung erfolgte um das Jahr 800 an der Stelle eines Thing- und Kultplatzes, am Rande des heutigen Oberdorfes. Eine nahegelegene Quelle führt heute den Namen Opferteich. Im 11. Jahrhundert wird an der selben Stelle die jetzige Martini-Kirche (Foto) gebaut, das Gründungsdatum wird mit 1056 angegeben. Von 1090 bis 1491 unterstand sie dem Patronat Lippoldsberg. Danach erwarb die Stadt Moringen das Patronatsrecht. Seit dem 14. Jahrhundert gab es innerhalb der Ringmauern der Stadt die Kapelle Mariae Virginis oder Zu unserer Lieben Frauen. Diese war von den Herren von Rosdorf gestiftet und 13 74 an das Kloster Lippoldsberg abgetreten worden. Auf Betreiben des Plebanus Heinrich Herzians wird diese Liebfrauenkirche 1490 neu erbaut und vergrößert. 1492 bestätigte eine Urkunde des Erzbischofs von Mainz die Umwandlung der Liebfrauenkirche, die bisher Filialkirche von St. Martini gewesen war, zur Pfarrkirche mit allen Gerechtsamen, Freiheiten und Einkünften. Seitdem führt die Kirchengemeinde Moringen das Siegel mit dem Bild der Muttergottes und der Umschrift SIGIL (LUM) ECCLES (IAE) MORINGENSIS. Heute hat sich für die Liebfrauenkirche der Name Stadtkirche eingebürgert. Das Einführungsjahr der Reformation in Moringen kann mit 1542 angegeben werden. Der erste lutherische Pastor ist Heinrich Negenstede gewesen. In den Jahren 1566 bis 1571 wird die Martini-Kirche renoviert. Sie erhält einen gotischen Chorraum. Während des 30-jährigen Krieges verfällt die Kirche. Von 1730 bis 1732 wird sie notdürftig wieder hergerichtet. 1828 mußte mit dem Abbruch der Stadtkirche, die 1490 erbaut worden war, begonnen werden. Aber erst in den Jahren 1847 bis 1850 konnte ein neuer Kirchenraum an den alten Turm angebaut werden. Diese von dem Baumeister Kellner im Stile des Neoklassizismus errichtete Kirche wurde auf über 500(!) Eichenpfähle gegründet, was sich bis heute bewährt hat. Die 1903 in den typischen Farben und Formen des Jugendstils erfolgte Ausmalung wurde bei der 1971 abgeschlossenen Renovierung wieder beseitigt. Die Kirche wurde nach 3-jähriger Bauzeit am 24.Oktober 1971 durch Landesbischof Prof. Eduard Lohse wieder eingeweiht.

Die Stadtkirche, festliche Vorbereitung für Ostern 1999



Besondere Erwähnung verdient das Geläut der Stadtkirche. Die älteste von sechs Glocken trägt das Datum 12.07.1263. Der 1908 errichtete Pfarrsaal ist 1965 durch ein modernes Gemeindehaus ersetzt worden. Am 27. September 1971 eröffnete die Kirchengemeinde einen Kindergartenneubau an der Burgbreite. Der Kindergarten erhielt bei der Einweihung das Prädikat: der zur Zeit modernste Kindergarten in der hannoverschen Landeskirche. Unter den Pastoren Werner Brandes und Udo Schlaudraff wurden zum ersten Mal Gottesdienste in neuer Gestalt eingeführt. Die Kirchengemeinde Moringen gehört heute zum Kirchenkreis Northeim. Sie umfaßt außer der Kernstadt Moringen noch die Dörfer Lutterbeck, Oldenrode, Nienhagen und Schnedinghausen. 1996 gehörten zu ihr 3.700 Gemeindeglieder. Große Söhne sind aus ihr nicht hervorgegangen. Aber sie hat immer wieder überdurchschnittliche Persönlichkeiten gehabt, die in Zusammenarbeit mit eifrigen und treuen Gemeindegliedern das Notwendige zum Wohle des ganzen Ortes haben tun können.

Zeitangaben zur Geschichte der Liebfrauenkirche:

1350 Stiftung einer Marienkapelle durch die Herren von Rosdorf
1488 Erhebung dieser Kapelle zur Stadtkirche Unterstellt ist dieser Kirche die alte St. Ulrichskapelle am Deichwall, die am 01.03.1564 stillgelegt werden wird. Ihre Steine wurden nach dem zweiten Weltkrieg zum Bau der Deichwallmühle verwendet.
l490 Beginn des Turm- und Erweiterungsbaus. Neuer Name: Kirche unserer Lieben Frauen Mariae Virginis
1542 Erste Renovierung durch den Reformator Corvinus. Diese waren wegen des moorigen Untergrundes nötig. Weitere, zahlreiche Renovierungen folgten während des 30-jährigen und des 7-jährigen Krieges.
1823 Schließung der Kirche wegen drohender Einsturzgefahr. Gottesdienste fanden nun in der alten Martinikirche (erbaut um 1026) statt. Aus der Martinikirche stammen auch das jetzige Taufbecken und der alte Altar der Liebfrauenkirche.
1828 Beginn des Kirchenschiffabbruchs. Der Turm bekommt eine neue Untermauerung und bleibt bestehen
1847 - 1850 Bau des neuen Kirchenschiffes (errichtet auf 500(!) Pfählen)
1971 Abschluß der Renovierungsarbeiten im Innenraum
1976 Restaurierung der um 1850 erbauten Giesecke Orgel
1990 Neue Kirchturmkuppel

» Ausblicke vom Turm der Stadtkirche von 1966





Letzte Änderung: 02.05.2003

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